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Der feine Unterschied

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kaffee liegt bei ca. 160 Liter/Jahr. Ich liege bestimmt darüber, denn ich bin süchtig nach diesem braunen Zeug. Aber wie jeder Kaffee-Trinker weiß: Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Da gibt es hochwertig verarbeitete Bohnen sowie die niedrig und mittleren verarbeiteten, welche dann als Massenprodukt in den Handel gelangen. Was haben wir jetzt für Auswahlmöglichkeiten, sollten unsere Füße uns in eine Rösterei tragen? An die Tafel in der Rösterei wurde Hausblend geschrieben, daneben steht Brasil und Costa Rica, Äthiopien etc., darunter steht Arabica oder Robusta.  Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wo ist der Unterschied? Blends oder Hausblends sind eine Mischung unterschiedlicher Bohnen mit verschiedenster Qualität und Aufbereitung, welche sich im Idealfall wunderbar ergänzen und die Aromen ausbalancieren. Wählen wir stattdessen als Beispiel den Brasil, haben wir damit einen sogenannten „sortenreinen“ Kaffee. Sortenrein bedeutet aber nicht gleich sortenrein, sicher ist: der Kaffee kommt zu 100% aus Brasilien. Trotzdem kann es eine Mischung sein. Verschiedene Kaffeeplantagen und Anbauregionen, Aufbereitungsmethoden und Sorten finden sich in diesem Kaffee wieder. 100% Sortenrein bedeutet aber eigentlich: unsere Bohnen stammen alle von einem Erzeuger. Natürlich heißt dies: begrenzter Vorrat, begrenzte Zeit, saisonales Angebot, bester Geschmack, eine Spezialität. Jedes Land bringt einen anderen Kaffee zum Vorschein. Arabica oder Robusta? Für welche Kaffeebaumart entscheiden Sie sich? Viel Koffein (Robusta) oder weniger (Arabica)? Etwas bitterer und eine stabile Crema im Espresso? Dann ist der Robusta der Favorit. Oder Sie nehmen eine ausgewogene Mischung; der Barista Ihres Herzens wird Sie beraten.

Sie sehen, Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Aber die beste Bohne nützt nichts, wenn ihr Röster nicht in der Lage ist, diese auch optimal mit all ihren Merkmalen zu verarbeiten, zu rösten. Nicht jede hippe Rösterei auf einer Insel kann auch rösten (ich weiß, wovon ich rede). Zu heiß, zu lange in der Röstpfanne, zu viele Bitterstoffe und Sie bekommen einen Kaffee, der nach einer chronischen Gastritis schreit. Eine noch nicht weit verbreitete Röstmethode ist das Luftwirbelungsrösten bei niedrigen Temperaturen. Hierbei werden kleine Mengen schonend bei gleichbleibender Temperatur geröstet. Die empfindliche Bohne dankt es mit einem einzigartigem Aroma. Vergessen Sie nie beim Kauf anzugeben, mit welchem System Sie ihren Kaffee aufbrühen. Davon hängt nämlich der Mahlgrad und letztendlich der Geschmack Ihrer Tasse Kaffee ab.

Übrigens sollte sich der Endverbraucher bewußt sein: Kaffee anzubauen, aufzubereiten, bedeutet viel Arbeit; die Arbeitsbedingungen sind hart und noch immer werden Menschen dabei ausgebeutet. Gute Großhändler wissen, wer hinter ihrem Kaffee steckt, kennen ihre Farmer persönlich. Es muss nicht immer mit Siegel (Bio/Fairtrade) sein. Dieses kann sich sowieso nur eine begrenzte Anzahl von Röstereien leisten, außer sie haben einen Großabnehmer. Das Siegel muss jedes Jahr „gekauft“ werden und wir bewegen uns hier in einem vierstelligen Zahlbereich. Es gibt da ein interessantes Interview zu diesem Thema, welches ich Ihnen nahe lege, zu lesen. Die Murnauer Kaffeerösterei führte es (wunderbare Webseite!). Den Link dazu füge ich bei.

Sollten Sie einmal Lust auf einen guten Kaffee haben und zufälligerweise in Berlin unterwegs sein, dann kann ich Ihnen die Kaffeerösterei Lancelot in Wilmersdorf empfehlen. Jene arbeitet mit dem Luftwirbelungsverfahren und hat eine Auswahl hochwertiger Kaffeesorten.

Hier das Interview: https://www.murnauer-kaffeeroesterei.com/im-gespraech-mit-kaffee-experten/jim-stewart-ueber-das-aus-fuer-kaffee-zertifikate-und-bio-siegel/

Und hier finden Sie mich und die Kaffeerösterei Lancelot (Webseite wird gerade bearbeitet):

Sigmaringer Straße 30, 10713 Berlin. Öffnungszeiten Montag bis Freitag: 9 Uhr bis 18 Uhr, Samstag: 11 Uhr bis 15 Uhr.

Fotos (c) Tran

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